GRUNDSCHULE RÖTTINGEN

 

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Rektor Schmock verlässt als pädagogisches Urgestein die schulische Bühne

„Eine besondere Feier für einen besonderen Rektor“

Noch keine Minute war Schulleiterstellvertreterin Simone Stachel am Rednerpult, noch längst nicht am Ende der Begrüßungsliste angelangt, als zwei Männer sie unerbittlich mit einem Hubwagen aus der vollbesetzten Aula der Grundschule Röttingen zogen.
So war das ja nicht ausgemacht. Reden! Das wäre nicht im Sinne des scheidenden Rektors Wolfgang Schmock gewesen.
Was sich stattdessen in der fast dreistündigen Veranstaltung entwickelte, war ein facettenreiches, teils urkomisches, in jedem Fall gekonntes und abwechslungsreiches Spektakel, das auch für die zahlreich anwesenden Kinder kein bisschen Langeweile aufkommen ließ.  „Ein Abschied, genau wie das Schulleben an der Grundschule Röttingen – ein wundervolles, buntes, einmaliges Miteinander!“, wie Ingrid Heller treffend bemerkte.
Die Vorbereitungsgruppe mit Simone Stachel, Daniela Baumann, Bettina Bumm, Lothar Heim, Ingrid Heller, Markus Körner und Ute Rabenstein hatte sich seit Wochen in vielen gemeinsamen Treffen auf die Verabschiedungsfeier vorbereitet, wollte, so Simone Stachel, „einen Teil der Wertschätzung, die wir immer erfahren durften, zurückgeben.“
Als „Angestellte der Agentur für Arbeit“ übernahmen sie die Aufgabe, für den Chef der Grundschule Röttingen einen neuen Job zu finden. Allerdings hatte der „unglaubliche“ Dinge in seiner Bewerbung behauptet: Kultur des Vertrauens, Kommunikation auf Augenhöhe, Schätze finden statt nach Fehlern fahnden, Kultur des Gestaltens statt des Ausführens, Innovation, Raum als dritter Pädagoge …
Da musste sich die Kommission doch selbst überzeugen und traf bei ihrer Inspektion der Grundschule Röttingen auf eine blühende Schulgemeinschaft.
E1NSPlus, Team Theatertage, Elternbeirat, Schulspielgruppe, Förderverein, Bläserklasse, Künstler, OGS-Team, Eltern-Lehrer-Chor, Kinderchor, Schüler und Schülerinnen, ehemalige Lehrer, Freunde, Vertreter des Sachaufwandsträgers und der Schulaufsicht, selbst Johann Sebastian Bach persönlich – alle kamen sie auf die Bühne und zu Wort mit Sketschen, Videobotschaften, Spielszenen, künstlerischen Darbietungen auf ihre je eigene Weise und vermittelten damit ein lebendiges Bild einer lebendigen Schule.
Fast hundert Mitwirkende ließen es sich nicht nehmen, dem pädagogischen Urgestein aus Röttingen einen würdigen Abschied zu gestalten. „Das kunterbunte Programm zeigte allen Teilnehmern und Gästen noch einmal Schmocks jahrzehntelanges pädagogisches Engagement an  „seiner“ Schule und für die Grundschule und Schulfamilie Röttingen“, resümierte Daniela Baumann.
„Ich bin nun der Einzige, der noch von früher erzählen kann“, so hörte man Schmock in den letzten Jahren seines Schuldienstes gerne sagen, „ob das allerdings jemanden interessiert, ist eine andere Frage.“
In der Tat: Seit 42 Jahren gehört Wolfgang Schmock dem Schulverband Röttingen an.
Als Pfarrerssohn im Windsbacher Knabenchor musikalisch groß geworden, trat er 1976 seine erste Dienststelle an der Verbandsschule Willanzheim an. Im September desselben Jahres  übernahm er in Oellingen als Lehramtsanwärter eine eigene Klasse mit 38 Achtklässlern und 24 Wochenstunden Unterricht, eine Konstellation, wie sie damals durchaus üblich war.
Mit dem Einzug 1981 in das neu gebaute Hauptschulgebäude in Röttingen begann für Wolfgang Schmock die  Arbeit als Praktikums- und Betreuungslehrer. Innerhalb kurzer Zeit erfolgten 1985 seine Ernennung zum Konrektor sowie seine Berufung in die Lehrplankommission für den Fachbereich Musik am ISB in München (1994).
Zusammen mit anderen Autoren verfasste Wolfgang Schmock 1996 das fünfbändige Hauptschul-Musikbuch „Musikland Bayern“, für das er in Bayern und Thüringen auch als Referent unterwegs war.
Mit der Ernennung zum Rektor 2002 wechselte Wolfgang Schmock  zur Grundschule Röttingen. 2004 wurde er als Mitglied der Arbeitsgruppe „Suchtprävention“ erneut ans ISB München berufen.
Neben seinem Lehrauftrag an der Uni Würzburg fand Rektor Wolfgang Schmock Zeit für das Verfassen von mehr als 2000 Arbeitsblättern, mehreren Fachartikeln, zwei Grammatik-Bänden und einem Dutzend Kinderliedern und Kurzgeschichten.
Als „einen Pädagogen, für den das Wohl der Kinder immer an erster Stelle stand“, bezeichnete Bürgermeister Umscheid, Vorsitzender des Grundschulverbandes, den scheidenden Rektor, während Schulamtsdirektorin Claudia Vollmar seine vielfältigen Talente herausstrich. „Dass Schmock über seine gesamte Dienstzeit an einer Schule unterrichtete, ist eine absolute Ausnahme, für die man nur dankbar sein muss.“
„Ich verlasse eine ganz besondere Schule“, so Schmock in seinem Schlusswort, „eine Schule, die sich Geduld und Spucke, Glück und Verstand zum Arbeitsmotto gemacht hat. Eine Schule, in der Achtsamkeit und Tatkraft, Feingefühl und Mut, Gemeinschaftssinn und Eigenwille höhere Priorität haben als schulische Leistungen. Eine Schule, in der man für das Leben nach der Schule durch das Leben in der Schule lernt. Um die gute Zukunft dieser Schule und der Menschen, die in ihr leben und arbeiten, mache ich mir keine Sorgen.“
Mucksmäuschen still war es in der Aula, als Schmock ein letztes Mal zur Gitarre griff und seinen Dank in die Worte von Reinhard Mey kleidete: „Gute Nacht, Freunde, es wird Zeit für mich zu geh’n.“

 

23. Juni 2018

Stabwechsel in der Grundschule Röttingen

Stellvertretende Schulleiterin Simone Stachel übernimmt die Schulleitung

Seit sechs Jahren unterrichtet Simone Stachel an der Grundschule Röttingen, seit vier Jahren fungiert sie als stellvertretende Schulleiterin. Nun bestellt sie die Regierung von Unterfranken zum 1. August 2018 als Leiterin der Schule, an der sie sich „von Beginn an wohlgefühlt hat, eine Atmosphäre der Wertschätzung und des Vertrauens verspürte“.
Als Lehramtsanwärterin ausgebildet in den Grundschulen Würzburg-Heidingsfeld und –Lengfeld absolvierte Simone Stachel ihre ersten Lehr(er)jahre als Klassenleiterin in den Grundschulen Dittelbrunn, Mainaschaff und Kirchheim, bevor sie an ihre Wunschschule in Röttingen versetzt wurde. Innerhalb kurzer Zeit gelang ihr durch ihr ausgesuchtes Engagement, durch ihre besondere Fähigkeit wertzuschätzen und durch ihr Organisationstalent der Sprung in die Schulleitung, in der sie zusammen mit Wolfgang Schmock die Entwicklung der Schule in bestem Sinne voranbrachte.
Begeistert ist Simone Stachel von der vielgestalten und einzigartig ausgeprägten Leidenschaft, mit der Schüler, Eltern und Lehrkräfte sich mit „ihrer“ Schule in Röttingen identifizieren, mit der sie sie zwischen Bewahren und Erneuern gestalten wollen, Freude haben, an der Entwicklung teilzuhaben. Es ist eine Schule, so Stachel, „da kann man nur mitmachen wollen“.
Dass das junge Kollegium der Grundschule Röttingen sie in ihrer verantwortungsvollen Aufgabe unterstützen wird, ist für Simone Stachel keine Frage. Tag für Tag beweisen sie mit „Geduld und Spucke“, mit Ausdauer und Tatkraft, mit Überlegung und Hingabe, dass ihnen die ihnen anvertrauten Kinder und die ihnen übergebene Erziehungs- und Bildungsaufgabe als wesentlicher Teil der Grundschule Röttingen ein berufenes und inneres Anliegen sind.
Die ausgeprägten Fußstapfen ihres Vorgängers, Rektor Wolfgang Schmock, möchte sie nicht ausfüllen, sie vielmehr aus gutem Grund erhalten, ihre eigenen danebensetzen und so auf gutem Grund neue Wege gehen.

Stabwechsel an der Grundschule Röttingen: Designierte Schulleiterin Simone Stachel, die das engagierte Kollegium der Grundschule Röttingen hinter sich weiß, empfängt das Staffelholz aus den Händen ihres Vorgängers Wolfgang Schmock, der seine schulische Vergangenheit hinter sich weiß.