GRUNDSCHULE RÖTTINGEN

 

Grundschule Röttingen
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Hauptschule Röttingen ist Geschichte

Einen Schlussstrich unter die Geschichte des Hauptschulverbandes Röttingen zogen Martin Umscheid und seine Bürgermeisterkollegen aus Riedenheim (Edwin Fries), Aub (Robert Melber), Gelchsheim (Hermann Geßner), Bieberehren (Engelbert Zobel) und Tauberrettersheim (Hermann Öchsner) in einer denkwürdigen Sitzung am 17. Mai 2018.
Nein, eine aalglatte Geschichte hat der Schulverband der Hauptschule Röttingen nicht vorzuweisen. Als er vor 49 Jahren unter der Führung des damaligen Röttinger Bürgermeisters Otmar Menth gegründet wurde, ging ein Sturm der Entrüstung durch die Gemeinden, hatten sich doch gerade einmal zwei Jahre zuvor mit Aub, Gelchsheim, Riedenheim und Röttingen unter dem Widerstand von vielen Gemeinden vier überschaubare Schulverbände gebildet und letztlich komfortables Unterrichten mit kurzen Wegen und geplanten Schulhausneubauten ermöglicht.
Nun stand also bereits wieder eine Neugliederung an. Am 1. August schließlich trat die neue Rechtsverordnung per Regierungsentschließung in Kraft: Unter dem Namen „Volksschule Südlicher Gau (HS) mit Sitz in Röttingen“ vereinte der neue Schulverband insgesamt 17 Gemeinden bzw. Ortsteile: Aub, Aufstetten, Baldersheim, Buch, Burgerroth, Gelchsheim, Öllingen, Osthausen, Riedenheim, Lenzenbrunn, Oberhausen, Stalldorf, Röttingen, Bieberehren, Klingen (wird später per Staatsvertrag ausgegliedert und Creglingen zugewiesen), Strüth und Tauberrettersheim. Die Bürgermeister Otmar Menth (Röttingen), Langstein (Aub), Bätz (Aufstetten), (Engert)  Baldersheim und Weid (Bieberehren) waren Gründungsmitglieder, Oskar Oftring war der damalige Rektor.
Auch schulpolitische Neuerungen erhitzten die Gemüter: In Bayern als dem letzten Bundesland wurde das 9. Schuljahr eingeführt und die „Volksschule“ gliederte sich in Grund- und Hauptschule auf.
Im Schuljahr 1969/1970 besuchten 488 Schüler und Schülerinnen die neue Hauptschule. Sie kamen aus 16 Gemeinden (Kinder aus Klingen besuchten die Schule in Creglingen) bzw. Ortsteilen. 390 Schüler mussten täglich den Schulbus benutzen, denn der Unterricht fand in 11 verschiedenen Schulhäusern in 7 verschiedenen Schulorten statt. Der organisatorische und zeitliche Aufwand für Verwaltung und Schulleitung war immens. Lehrerkonferenzen hatten in Aub statt - dort wohnte der damalige Rektor Oskar Oftring mit seiner Familie im steinernen Schulhaus am Kirchplatz. Allerdings gab es damals nicht viele Konferenzen, genauer gesagt: zwei, eine zum Schuljahresbeginn, eine zum –ende. Besprechungen mit pädagogischen Themen und Zielsetzungen waren dünn gesät. Die Lehrkräfte untereinander kannten sich kaum.
Dringend notwendig war ein neues Schulgebäude. Doch ein jahrelanger Streit unter den Gemeinden um den Schulsitz verzögerte die Baumaßnahmen. Viel Energie musste eingesetzt werden, den wohl kompliziertesten Schulverband Unterfrankens zu organisieren, zu verwalten und die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen.
Günther Rudolf, der durch seine Wahl zum Röttinger Bürgermeister im Jahr 1974 zum Verband hinzustieß, gelang es schließlich, Einigung zu erzielen und den Schulhausneubau in Röttingen zu verorten und in Gang zu bringen. Aus schulischer Sicht hatte Rektor Oftring die Hauptlast zu tragen.

Schulverbandsausschuss 1981

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Bgm. Reuß (Gelchsheim), Rektor Oftring, Bgm. Carl (Riedenheim) 2. Bgm. Engert (Aub), Bgm Estenfelder (Tauberrettersheim), 3. Bgm Apfelbacher (Röttingen), Architekt Kramer, Bgm. Rudolf (Röttingen), Bgm. Weid (Bieberehren), Bauleiter Zilk, Bgm. Menth (Aub)

Freilich: Waren es im Schuljahr 1974/1975 noch weit über 500 Schüler, die die Hauptschule Röttingen besuchten, so zogen im Jahr 1981 nur 336 in das neue Schulhaus ein.
Aber: Was war das für ein Aufatmen für Schüler, Lehrer und die Mitglieder des Schulverbands! „ … den Kopf voller neuer Ideen, die Seele geöffnet für alles, was anders sein würde, die Hände voller Tatendrang“, heißt es in einer Verlautbarung auf der Website der Grundschule Röttingen anlässlich des großen Klassentreffens der Hauptschüler im Jahr 2016, „ wie war das noch, als wir zum ersten Mal Sportunterricht in der frisch errichteten Turnhalle hatten, heraus aus dem Not-Sport-Unterricht im Auber Schloss, im Stalldorfer Klassenzimmer und auf dem Röttinger Schulhof hinein in einen „riesigen“, mit allen nur denkbaren Sportgeräten ausgestatteten Sportpalast? Als plötzlich alle Schüler und Schülerinnen (die damals freilich nur „Schüler“ hießen) in einem einzigen Haus untergebracht waren? Als helle, große, mit Teppichboden versehene Klassenzimmer mit neuen Medien einen modernen Unterricht versprachen?“
In der Tat waren nun modernes Unterrichten in bestens ausgestatteten Fachräumen, Absprachen in Jahrgangsstufenteams, pädagogische Konferenzen, gemeinsame Zielvereinbarungen u. a. möglich, sinnvoll und notwendig. Drei Jahre nach dem Einzug ins neue Schulhaus wurde Rektor Oskar Oftring in den Ruhestand verabschiedet. Um seinen Nachfolger Erwin Gotthard (Bieberehren) scharte sich ein junges, motiviertes, engagiertes Kollegium, das u. a. mit der neuen pädagogischen Ausrichtung „Schülerorientierung“ der Hauptschule Röttingen weit über die Gaugrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf verlieh und seine Schule in vielerlei Hinsicht zu einer Modellschule machte.

Das Lehrerkollegium im Schuljahr 1987/1988

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Norbert Tripps, Karin Lorenz, Gabriele Thierolf, Petra Helmerich, Maria Volkert, Wolfgang Schmock, Lothar Heim, Jürgen Deckelmann
Johannes Menzel, Rainer Michel, Ute Apfelbacher, Peter Seuffert, Christa Schnell, Norbert Rahner, Reinhard Winter, Erwin Gotthard, Michael Etzel

Ab 2008 leitete Bürgermeister und Gemeinschaftsvorsitzender Martin Umscheid die Geschicke des Hauptschulverbandes, konfrontiert mit neuen Herausforderungen, die auf bekannten Sachverhalten basierten.
Der Schülerrückgang konnte nämlich auch mit einer ausgezeichneten pädagogischen Arbeit nicht verhindert werden. Von den ehemals mehr als 500 Schülern waren im Jubiläumsjahr 1994 noch 190 übrig geblieben. Damals bereits war vorhersehbar: „Ob der Schulverband in der derzeitigen Form Bestand haben wird, kann aufgrund vielerlei Umstände nicht gesagt werden.“ (Aus der Jubiläumsschrift „25 Jahre Schulverband – Hauptschule Röttingen“).
Von „vielerlei Umständen“ ist hauptsächlich einer geblieben: der weiter anhaltende Schülerrückgang. Nicht die Hauptschule Röttingen, aber die Schulart Hauptschule als einer Schule ohne Perspektive fiel einem allgemeinen Trend zum Opfer. „Vom Hauptschüler zum Restschüler“ war in ganz Deutschland die Devise. Auch kreative Ideen, insbesondere den Abschluss an der Hauptschule attraktiver zu machen, schlugen fehl: Qualifizierender Hauptschulabschluss, Mittlere Reife durch den Besuch der neu eingeführten 10. Hauptschulklasse, länderübergreifende Vereinbarungen, Aufwertung durch Umwandlung der Haupt- in eine Mittelschule u. a.
Im Jahre 2012 trat der Rektor der Hauptschule Röttingen, Erwin Gotthard, in Ruhestand. Wegen der absehbaren Auflösung der Hauptschule Röttingen, wurde die Leitung der Schule nicht mehr eigens neu ausgeschrieben, sondern der Leitung der Grundschule Röttingen unterstellt. Bürgermeister Martin Umscheid und Rektor Wolfgang Schmock hatten die unliebsame Aufgabe, das Kapitel „Hauptschule Röttingen“ zu Ende zu schreiben.
Noch 45 Schüler waren an der Hauptschule angemeldet, als die drei verbleibenden Klassen zusammen mit ihren Lehrern im Jahr 2014 nach Gaukönigshofen „expediert“ wurden. In einem kurzen, dennoch schmerzhaften Verfahren schloss die Hauptschule Röttingen nach 45 Jahren am 1. August 2014 ihre Pforten.
Wie groß die innere Verbindung der ehemaligen Lehrer und Schüler zu „ihrer“ Hauptschule Röttingen ist, zeigt auch die enorme Beteiligung am „Großen Klassentreffen“ 2016, bei dem die Schule noch einmal Gestalt werden sollte. Unter der Leitung von Wolfgang Schmock hatte sich eine aus ehemaligen Schülerinnen bestehende Lenkungsgruppe gebildet und zum großen Fest geladen. 700 Besucher ließen es sich nicht nehmen, einander wiederzusehen, die alten Gewohnheiten (Handballspiel!) aufleben zu lassen und sich auf einer großen Leinwand zu verewigen.

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Simon Bogenrieder als hoch angesehener Majestix beim Schullandheimaufenthalt in Rothmannsthal: Kein Zweifel, wer die Macht hat!
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Die Hauptschule ist Geschichte. Die Geschichten aber, die das Schulleben schrieb, bleiben: bunt und prall, kurios und mit jedem Erzählenswert.

Geschichten aus 40 Jahren Hauptschule Röttingen

Spieß umgedreht

Als vermeintlich notwendige Erziehungsmaßnahme verordnete ich einem Schüler, der sich danebenbenommen hatte, eine saftige "Übungsarbeit". Er sollte Handlungen aufschreiben, die sich nicht gehören, nach dem Motto "Ich darf nicht ..."

Ich hatte es wirklich nicht anders verdient und musste schallend lachen, als mir der Schüler seine Arbeit ablieferte. Was hatte er sich nicht alles einfallen lassen, seiner blühenden Fantasie freien Lauf gelassen: "Ich darf dem Lehrer keine Reißnägel auf den Stuhl legen. Ich darf den Lehrer nicht verprügeln. Ich darf den Lehrer nicht mit der bloßen Faust aus dem Fenster halten. Ich darf dem Lehrer nicht sagen, dass er mich am Abend besuchen soll ..."

Wolfgang Schmock

Gespenstergeschichte

Gemeinschaft macht stark. Insbesondere im Schullandheim. Und im Tageslicht sind Gespenster einfach nur zum Auslachen.

Etwas anders sieht das aus, wenn man eine Gespenstergeschichte hört, nachdem man eine gruselige Nachtwanderung auf dem Bauersberg in der Rhön hinter sich hat und nun ganz allein für sich im Bett liegt.

Die Schüler hatten es sich gewünscht. Ich ging also von Zimmer zu Zimmer, die Lichter waren gelöscht und ich versuchte, so spannend ich es vermochte, zu erzählen. Ich weiß noch, dass manch einer heilfroh war, dass das Licht am Ende wieder angemacht wurde. Wie entspannt die Nacht dann war, konnte ich schon damals nicht beurteilen.

Ich erinnere mich aber, dass ich mich über ein Kind, das ich als etwas zurückhaltend und ängslich eingestuft hatte, wunderte. Während der ganzen Geschichte gab es nicht einen Mucks von sich. Das Kind hatte, wie sich schließlich herausstellte, vorgesorgt: Es hatte die Bettdecke weit über den Kopf gezogen, sich beide Ohren fest zugedrückt und nicht mitbekommen, dass die Geschichte bereits zu Ende erzählt war.

Wolfgang Schmock

Bekenntnis

Als der Datenschutz noch nicht so bedeutsam war wie heute, hat man im Klassenrund schon auch mal die persönlichen Daten der Schüler abgefragt.

Ein Schüler kam später in die Klasse und ich fragte ihn nach seinem Bekenntnis. Mit diesem Begriff konnte er nichts anfangen, also erläuterte ich: "Bist du vielleicht katholisch? Oder evangelisch?"

Der Schüler drehte sich zu den Kameraden um, fragte, was sie denn seien. "Katholisch!", sagten die. Sein Resümee: "Dann bin ich das auch!"

Wolfgang Schmock

Der Schuss des Bürgermeisters

In etwa zeitgleich mit dem Einzug ins neue Röttinger Schulgebäude wurde 1981 (oder auch etwas später) der neue Sportplatz, der zum Schulgelände gehört, eingeweiht. Es gab ein Einlagespiel, bei dem die Röttinger Prominenz, allen voran Bürgermeister Rudolf, gegen eine Mannschaft des TSV Röttingen antrat.

Mit sehr ordentlichen Spielerqualitäten ausgerüstet gelang dem damaligen Bürgermeister Günther Rudolf ein wundervoller Schuss aufs gegnerische Tor (ich meine, der Ball ging an die Latte), was einen Besucher zu der bewundernden, erstaunten Aussage verleitete: "Wow, der Bürgermeister hat einen Schuss!"

Ein Lehrer-Kollege konterte trocken: "Das weiß ich schon lang, dass der einen Schuss hat!"

Wolfgang Schmock

Dickköpfe im Gau

Wir spielten Fußball. Wie das früher so war und wie das heute so ist: Es ist nicht jedermanns Sache - obwohl es ja auch Leute gibt, die behaupten, dass ein Schullandheimaufenthalt nur mit Jungs nur einen einzigen Programmpunkt, nur ein einziges Auzsrüstungsteil benötigt: Fußball.

Jedenfalls ergab es sich vor einigen Jahrzehnten, dass ich, mit der Kraft eines jungen Lehrers ausgestattet, einen ordentlichen Abstoß zustande brachte, der Ball flog bis über die Mittellinie. Dort stand ein Fünftklässer, sagen wir einmal: dem Spielverlauf nicht unbedingt höchst konzentriert zugewandt, und - als Gegner - mit dem Gesicht aufs eigene Tor gerichtet. Er dachte an nichts Böses. Mindestens nicht daran, dass da ein Ball zur Gefahr werden könnte. Stand da und hatte Gräser zwichen den Fingern, um Quietschtöne zu fabrizieren.

Der Ball traf ihn mitten auf den Hinterkopf. Ich weiß nicht, ob Sie sich nur annähernd vorstellen können, wie die Kinder heute mit Nehmerqualitäten ausgestattet sind, dieses Kind jedenfalls fiel ob der Wucht des Balls einfach um. Ich kenne den Namen des Kindes heute noch genau, habe die Szene wie einen Film in meinem Kopf, war zu Tode erschrocken und lief im Höchstmaß des mir möglichen Tempos zu dem Schüler hin. Er war schneller, hatte sich bereits wieder erhoben und dem Klangspiel seiner Gräser zugewendet.

Heute, da bin ich mir sicher, wäre ein Rettungshubschrauber das Mindeste, das einen solchen "Fall" wieder ins (aufrechte) Lot gebracht hätte.

Wolfgang Schmock

Dünnhäutige Lehrer

Es war in der Zeit, als das Röttinger Hauptschulgebäude noch ganz jung war. Auch Herr Gotthard, Herr Tripps, der Hausmeister und ich waren früher einmal jung. Jünger als Sie vielleicht, würde Karl Valentin anmerken.

Jedenfalls kamen wir mitten in der Nacht zu einem Handballspiel mit halbwüchsigen Schülern, vielleicht Acht- oder Neuntklässler, zusammen. Das Dilemma bestand darin, dass wir keinen luftgefüllten Handball zur Verfügung hatten und uns deswegen mit einem "Ball" begnügen mussten, der mehr einer Schale glich. Da war genaues Abspiel gefragt. Und mancher geplante Seitfallwurf wurde lediglich zum Fall. Ein solcher Fall war der von mir auf meine eigene Faust, was erhebliche Schmerzen im Bereich des Brustkorbs verursachte. Aus Gründen, die ich hier, mich selbst schützend, nicht darstelle, schluckte ich die Schmerzen hinunter, um am nächsten Tag durch den Arzt diagnostiziert zu bekommen, dass meine starke Faust drei Rippen zu Bruch gebracht hat.

Wolfgang Schmock

Ostereier

In den 70er- und 80er-Jahren gab es die schöne Sitte, dass die Schüler und Schülerinnen, die damals nur Schüler hießen, am letzten Unterrichtstag vor den Osterferien Eier mit in die Schule brachten. Während der Pause versteckten sie die Eier im Klassenzimmer. Manche Eier waren gekocht, manche (wenige) aus Schokolade, die meisten roh.

Die Lehrkraft musste nun - und das dauert oft eine ganz Unterrichtsstunde lang - zum Gaudium der Klassen die Ostereier suchen. Ich kann mich daran erinnern, dass ich in einem Jahr über 120 Eier mit nach Hause brachte.

Gelegentlich allerdings kam es vor, nach den Osterferien, dass sich im Klassenzimmer seltsame Gerüche ausgebreitet hatten. Der Lehrer hatte wohl nicht alle Eier gefunden. Und beim Verstecken war wohl das eine oder andere rohe Ei nicht in seiner Schale geblieben ...

Wolfgang Schmock

Immer zwischen den Zuckerrüben durch

Als 1976 zum ersten Mal das Studienseminar in Öllingen zu Gast war, wollten die Seminaristen wissen, wo denn Öllingen liege und wie man dahin komme und wie man insbesondere das dortige Schulhaus finde. Es sei der unnötige Hinweis erlaubt, dass Navigationsgeräte zur damaligen Zeit natürlich noch nicht erfunden waren, nicht einmal der Gedanke daran war geboren; damals fuhr man zwar bereits mit sich selbst bewegenden Vehikeln, so genannten Autos, aber immer noch nach Karte. Und auf welcher Karte ist denn, bitte schön, Öllingen eingezeichnet? Der Seminarleiter jedenfalls, der schon vorher die dortige Klasse 8 (mit im Übrigen 37 Kindern und einem Klassenleiter, der sich im Äußeren von seinen Schülern kaum unterschied ...) visitiert hatte, erklärte die Fahrtstrecke auf seine Weise: "Fahren Sie Richtung Süden, immer zwischen den Zuckerrüben durch und dann scharf rechts!"

Alle Seminaristen erreichten pünktlich ihr Ziel.

Wolfgang Schmock

Enge im Klassenzimmer

In meinem zweiten Seminarjahr in Öllingen hatte die damalige siebte Klasse nur 22 Schüler. Für eine derartig geringe Schülerzahl musste man sich damals fast schämen. Aber es waren dennoch viel zu viele Menschen für das Klassenzimmer, das uns zur Verfügung stand: der Gruppenraum zum eigentlichen Klassenzimmer.

Nun, wir kamen trotzdem im Großen und Ganzen gut zurecht. Bis eines Tages der Seminarleiter wieder auftauchte, um mich als Lehramtsanwärter zu besuchen und zu beurteilen. Es gab keinen anderen Platz für ihn als den direkt neben der Schultafel, rechtwinklig zu Tafel gestellt.

Bei geschlossener Tafel war das auch kein Problem. Vor dort aus hatte der Seminarleiter einen guten Blick auf die Klasse und auf mich.

Schwierig wurde es dann, als die Problemfrage zur Unterrichtseinheit gestellt wurde. Die hatte ich auf den Innenseiten der Tafel vorbereitet. Ich öffnete also die Tafel - und der Seminarleiter musste unter dem Seitenflügel durchsehen, um den Unterricht weiter zu verfolgen.

Wolfgang Schmock

Durch die Blume

Als es ruchbar wurde, dass ich zum Konrektor ernannt wurde, und ich nach der Pause, in der ich davon erfahren hatte, ins Klassenzimmer kam, überreichte mir der Klassensprecher Blumen und gratulierte mir zur Ernennung.

Wie? Was? Woher konnte der das wissen? Ich hatte es ja eben selbst erst erfahren. Wie konnte er Blumen besorgt haben?

Nun, die Fragen waren schnell beantwortet. Ein Blick auf mein Lehrerpult verriet mir, dass die Blumenvase leer war.

Wolfgang Schmock

Wegen Erreichens ...

Lehrer, hat man das Gefühl, müssen sich ja immer irgendwie gewählt ausdrücken. Warum das so ist? Keine Ahnung. Müsste man mal psychologisch untersuchen. Man kann es auch sein lassen.

Jedenfalls hat sich mir ein besonders gewählt formulierter Satz unseres damaligen Schulleiters Oskar Oftring eingeprägt. Und es ist wahrscheinlich den Schülern ebenso wie mir in besonders guter Erinnerung, wenn durch die Lautsprecher im Röttinger Schulhaus ertönte: "Wegen Erreichens der nötigen Hitzegrade entfällt der Unterricht heute in der fünften und sechsten Stunde!"

Wolfgang Schmock

Unser Lehrer ist do...

......damals im Jahr 1981:
Der Lehrer kam guter Dinge ins Klassenzimmer der Kl. 5b. Er war ein junger, motivierter Lehrer und hatte ein tolles, vertrauensvolles... Verhältnis zu seinen Schülern, dachte er.
Plötzlich hielt er inne und musste schlucken. "Das konnte doch nicht sein!? Auf wessen Konto ...ging das? Und warum...? Diese Gedanken stoben ihm in Bruchteilen von Sekunden durch den Kopf.
Sein Blick streifte wieder die Tafel - diese war halb offen - und hier war zu lesen: UNSER LEHRER IST DO - das Weitere verdeckte die geschlossene Tafelhälfte.

Aber den Rest kann man sich ja denken....... Wirklich?!
Der Lehrer nahm sich ein Herz und öffnete ein klein wenig bange die zweite Tafelhälfte. Er stutzte und brach erleichtert in ein befreites Lachen aus. UNSER LEHRER IST DOCH DER BESTE!!!!

Ja - DAS stand da! Und ich will euch verraten, dass diese Begebenheit auch in unseren Flyern versteckt ist - diese Klasse waren nämlich wir!
Und der Lehrer kein anderer als Schmocki. Schaut mal nach!
Und nun seid ihr dran! Was habt ihr ausgeheckt? Lasst die Tasten glühen...

Anja Mönikheim (Jacob)

Das lustige Schuljahr der 5b in Reimen

Strafaufsatz