GRUNDSCHULE RÖTTINGEN

 
Grundschule Röttingen
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Zurückstellung vom Schulbesuch

Stand Juli 2009

Übersicht

  • Zurückgestellt werden Kinder, bei denen ein Entwicklungsrückstand vorliegt, der im Laufe eine Schuljahres, ggf. mit besonderen Fördermaßnahmen, aufgeholt werden kann.
  • Eine Zurückstellung vom Schulbesuch kann nur einmalig und nur auf die Dauer eines Jahres erfolgen. Sie ist pädagogisch und psychologisch in der Aussicht begründet, dass das Kind im Laufe des Jahres schulbereit wird.
  • Anlass zu einer Überweisung an die Förderschule oder in eine Diagnose- und Förderklasse darf nicht bestehen.
  • Die Vollzeitschulpflicht beginnt erst nach Ablauf der Zurückstellung mit dem Eintritt in die Schule.
  • Eine Zurückstellung vird vom Schulleiter verfügt.

Kurzinformation

  • Die Zurückstellung eines schulpflichtigen Kindes darf nur als Ausnahme nur dann erfolgen, wenn nicht zu erwarten ist, dass es aufgrund seiner körperlichen, geistigen oder sozialen Entwicklung mit Erfolg am Unterricht teilnehmen kann.
  • Die Zurückstellung kann erfolgen
    • zwischen Schulanmeldung und Schuljahresbeginn
    • nach Schuljahresbeginn bis zum 30. November
1. Einverständnis der Eltern (Art. 37 Abs. 2 BayEUG)
  • Erziehungsberechtigte wünschen die Zurückstellung unter Angabe wichtiger Gründe; der Schulleiter prüft und verfügt gegebenenfalls die Zurückstellung
  • Lehrkraft oder Schulleiter beantragen die Zurückstellung, beraten die Erziehungsberechtigten und versuchen, ihr Einverständnis zu gewinnen; gegebenenfalls in der Verfügung zu vermerken.
  • Ist ein Einvernehmen nicht herzustellen, können die Erziehungsberechtigten das Einbeziehen von Beratungslehrkraft oder Schularzt verlangen.
  • Das Einverständnis der Eltern ist nicht zwingend erforderlich. Eine eventuelle Stellungnahme der Eltern ist zu den Akten zu nehmen, ebenso Gutachten o. Ä.
2. Entscheidung (§ 2 Abs. 4 VSO)
  • Die Entscheidung über die Zurückstellung trifft der Schulleiter nach Anhörung einer erfahrenen Lehrkraft und der Erziehungsberechtigten, gegebenenfalls unter Einbeziehung vorliegender Gutachten.
  • Die Entscheidung wird im Anmeldeblatt vermerkt.

3. Schulaufnahme auf Antrag
  • Die Ablehnung eines Antrages auf vorzeitigen Beginn der Schulpflicht ist keine Zurückstellung.
4. Direktanmeldung bei der Förderschule (§ 4 Abs. 3 VS0)
  • kann der Schulleiter der Grundschule den Erziehungsberechtigten eines Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf dann empfehlen, wenn es im Sinne von Art. 41 BayEUG der Grundschule nicht möglich ist, das Kind dort zu unterrichten.
    Die Volksschule zur sonderpädagogischen Förderung nimmt das Kind auf und zeigt dem Staatlichen Schulamt die Aufnahme an. Das Staatliche Schulamt kann einen Überweisungsbescheid erlassen, evtl. auch im Hinblick auf die künftige Schullaufbahn des Kindes auf Grund vorliegender sonderpädagogisch psychologischer, ärztlicher oder amtsärztlicher Zeugnisse anders entscheide.
5. Zurückstellung vom Besuch der betreffenden Volksschule
  • zur sonderpädagogischen Förderung (Art . 41 Abs. 3 BayEUG)
    Eine zweite Zurückstellung kann nur in bestimmten Ausnahmefällen erfolgen. Auflagen zur Förderung sind möglich.

Ausführliche Information

In Bayern ist das Einschulungsalter gesetzlich geregelt. Kinder, die bis zum 31. Dezember desselben Jahres das 6. Lebensjahr erreicht haben, sind schulpflichtig.
Bei manchen Kindern haben jedoch Eltern, der Kindergarten oder die Schule Zweifel im Hinblick auf die Schulfähigkeit, obwohl die Kinder bereits das notwendige Alter erreicht haben. Für diese Fälle besteht die Möglichkeit der einmaligen Zurückstellung vom Schulbesuch.
Eine offizielle Zurückstellung ist auf Dauer nur für die Kinder, die bis zum 31.12. desselben Jahres sechs Jahre alt werden, nötig. Für im Oktober, November und Dezember geborene Kinder bleibt es den Eltern freigestellt, auf die Einschulung zu verzichten. Sie müssen allerdings an ihrer zuständigen Grundschule eine schriftliche Erklärung abgeben. Es handelt sich hierbei nicht um eine Zurückstellung!

2. Schulrechtliche Situation

Art 37 Bay EUG; Vollzeitschulpflicht

(1)„Mit Beginn des Schuljahres werden alle Kinder schulpflichtig, die bis zum 31. Dezember sechs Jahre alt werden oder bereits einmal von der Aufnahme in die Grundschule zurückgestellt wurden oder unter den Voraussetzungen des Abs.2 Satz 6 die Einschulung nicht wahrgenommen haben.
Ferner wird auf Antrag der Erziehungsberechtigten ein Kind schulpflichtig, wenn auf Grund der körperlichen, sozialen und geistigen Entwicklung zu erwarten ist, dass das Kind mit Erfolg am Unterricht teilnehmen wird; ein schulpsychologisches Gutachten ist erforderlich.“
(2) Ein Kind, das am 31. Dezember mindestens sechs Jahre alt ist, kann für ein Schuljahr von der Aufnahme in die Grundschule zurückgestellt werden, wenn auf Grund der körperlichen oder geistigen Entwicklung zu erwarten ist, dass es nicht mit Erfolg am Unterricht teilnehmen kann. Die Zurückstellung soll vor Aufnahme des Unterrichts verfügt werden; sie ist noch bis zum 30. November zulässig,  wenn sich erst innerhalb dieser Frist herausstellt, dass das Kind nicht mit Erfolg am Unterricht teilnehmen kann. Die Zurückstellung ist nur einmal und nur dann zulässig, wenn kein Anlass besteht, die Überweisung an eine Förderschule zu beantragen. Vor der Entscheidung hat die Schule die Erziehungsberechtigten zu hören. Für den Widerruf einer Aufnahme gelten Satz 2 Halbsatz 2 und Satz 4.
Im Falle des Abs. 1 Satz 1 haben die Erziehungsberechtigten bei einem Kind, das nach dem 30. September sechs Jahre alt wird, die Möglichkeit, auf Antrag erst den nächsten Einschulungstermin wahrzunehmen. Die Entscheidung über die Zurückstellung trifft die Schulleitung der Grundschule. Die Volksschulordnung (VSO, September 2008) sieht folgende Regelungen zur Einschulung vor:


§ 26 (VSO) Anmeldung und Aufnahme in die Volksschule

(1) Ein Kind, das nach Art. 37 BayEUG schulpflichtig wird oder werden soll, ist von den Erziehungsberechtigten zum Anmeldetermin an der öffentlichen Volksschule, in deren Sprengel es seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, oder an einer privaten Volksschule anzumelden, soweit nicht eine unmittelbare Anmeldung an der Volksschule zur sonderpädagogischen Förderung nach den Bestimmungen der Volksschulordnung – F (VSO-F)  erfolgt.
(2) Der Anmeldetermin soll im April liegen. Ort und Zeit werden von der Schulleiterin oder dem Schulleiter, in Gemeinden und Schulverbänden mit mehreren öffentlichen Grundschulen von der dienstältesten Schulleiterin oder vom dienstältesten Schulleiter, in kreisfreien Gemeinden vom Staatlichen Schulamt festgesetzt und ortsüblich bekannt gemacht.
(3) Mindestens eine Erziehungsberechtigte oder ein Erziehungsberechtigter soll mit dem Kind persönlich zur Schulanmeldung kommen und die notwendigen Angaben zur Person des Kindes machen, die erforderlichenfalls durch entsprechende Urkunden zu belegen sind; bei Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache sind auch Angaben über den Besuch eines Kindergartens oder eines Vorkurses gemäß Art. 37a BayEUG zu machen. Ein in einem Heim untergebrachtes Kind kann von der Heimleitung angemeldet werden. Die Erziehungsberechtigten haben zur Schulanmeldung einen Nachweis über eine Schuleingangsuntersuchung nach Art. 80 Satz 1 BayEUG mitzubringen; die Erziehungsberechtigten sollen die Schule informieren, soweit diese Untersuchung Feststellungen erbracht hat, die für die Unterrichtsgestaltung und das Schulleben von Bedeutung sind. Die Schule kann die Teilnahme an einem Verfahren zur Feststellung der Schulfähigkeit verlangen. Stellt die Schule fest, dass die Voraussetzungen für eine Unterrichtung an der Volksschule nach Art. 41 Abs. 1 BayEUG nicht gegeben sind, lehnt sie die Aufnahme des Kindes schriftlich ab und weist die Erziehungsberechtigten auf die Pflicht zur Anmeldung an der voraussichtlich zuständigen Volksschule zur sonderpädagogischen Förderung hin. Bleibt zweifelhaft, ob die Voraussetzungen für einen Besuch der Volksschule nach Art. 41 Abs. 1 BayEUG gegeben sind, kann die Volksschule das Kind zunächst bis zu drei Monaten probeweise aufnehmen und nach Ablauf der Probezeit abschließend entscheiden; § 28 Abs. 6 Satz 3  gilt entsprechend.
(4)Ein Antrag auf vorzeitige Einschulung nach Art. 37 Abs. 1 Satz 2 BayEUG ist spätestens bei der Schulanmeldung zu stellen. Die Erziehungsberechtigten können ein auf Antrag aufgenommenes Kind nach dem 31. Juli nicht mehr abmelden. Eine Erklärung der Erziehungsberechtigten, erst den nächsten Einschulungstermin wahrnehmen zu wollen (Art. 37 Abs. 2 Satz 6 BayEUG), muss der Schule spätestens am 15. Mai zugegangen sein; im Fall einer solchen Erklärung ist die Anwesenheit der Erziehungsberechtigten erst beim nächsten Anmeldetermin erforderlich.
(5) Der Träger einer privaten Volksschule hat die Aufnahme eines Kindes der öffentlichen Volksschule mitzuteilen, in deren Sprengel das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.
(6) Ein Kind, das nach Beginn der Vollzeitschulpflicht seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Bayern nimmt, ist unverzüglich anzumelden; Abs. 5 gilt entsprechend.

Rücktrittsmöglichkeiten der Eltern bei der Einschulung von „Oktober-, November- und Dezemberkindern“
Art. 37 Abs. 2 BayEUG: (2) Im Falle des Abs. 1 Satz 1 haben die Erziehungsberechtigten bei einem Kind, das nach dem 30. September sechs Jahre alt wird, die Möglichkeit, auf Antrag erst den nächsten Einschulungstermin wahrzunehmen.
„Gemäß der gesetzlichen Neuregelung von Art. 37 Abs. 2 Satz 6 BayEUG haben Eltern die Möglichkeit, für im Oktober, November oder Dezember geborene, schulpflichtige Kinder den nächsten Einschulungstermin wahrzunehmen.“
Eltern können also frei entscheiden, ob ihr im Oktober, November oder Dezember geborenes Kind bereits eingeschult werden soll. Es handelt sich bei diesem Rücktritt um keine Zurückstellung! Die Eltern müssen der Schule ihre Entscheidung bis zum 15. Mai  schriftlich mitteilen.

Aus der o. g. Sonderregelung ergeben sich mehrere Möglichkeiten:

1. Eltern sind sich sicher, dass ihr Kind noch nicht eingeschult werden soll
  • Die Eltern lassen der zuständigen Grundschule spätestens bis zum Anmeldetermin im April eine schriftliche Erklärung zukommen, dass von der Rücktrittsmöglichkeit Gebrauch gemacht wird.
  • Das persönliche Erscheinen an der Grundschule am Anmeldetag ist bei Vorliegen dieser schriftlichen Erklärung nicht erforderlich.
  • Das Kind hat den Status „nicht schulpflichtig“. Es handelt sich um keine Zurückstellung. Die Möglichkeit einer Zurückstellung im Folgejahr bleibt erhalten.
  • Die schriftliche Erklärung verbleibt an der Schule und wird zum Schülerakt genommen.
  • Die Entscheidung der Eltern, ihr Kind nicht einzuschulen, kann bis zum 15. Mai rückgängig gemacht werden, wobei dann die Schulfähigkeit von der Schule nachträglich zu prüfen ist.
2. Eltern haben Zweifel, ob ihr Kind eingeschult werden soll
  • Das Kind nimmt am regulären Schulaufnahmeverfahren teil. Im Anschluss folgt ein Beratungsgespräch mit den Eltern, das mündet in
    • die Schulaufnahme
    • oder die schriftliche Erklärung der Eltern, dass die Rücktrittsmöglichkeit wahrgenommen wird.
  • Auch in diesem Fall kann die Entscheidung der Eltern bis zum 15. Mai rückgängig gemacht werden. Allerdings ist eine nachträgliche Entscheidung für die Schulaufnahme nur dann möglich, wenn die Schule das Kind im Rahmen des Schulaufnahmeverfahrens für schulfähig erachtet hat.
3. Eltern wollen ihr Kind einschulen
  • Das Kind nimmt am regulären Schulaufnahmeverfahren teil. Eine Einschulung erfolgt nur dann nicht, wenn die Schule das Kind für noch nicht schulfähig erachtet.
  • In diesem Fall sollten die Eltern von der Rücktrittsmöglichkeit Gebrauch machen. Andernfalls erfolgt eine Zurückstellung und es ist im darauf folgenden Jahr keine Zurückstellung mehr möglich.
Hinweise zur Schuleingangsuntersuchung
  • Den Eltern, die die Rücktrittsmöglichkeit wahrnehmen wollen, wird empfohlen, das Kind in jedem Fall an der Schuleingangsuntersuchung teilnehmen zu lassen. Die Eltern erhalten dadurch zusätzliche Erkenntnisse, die bei der Entscheidung hilfreich sein können. Zudem läge die Schuleingangsuntersuchung vor, wenn sich Eltern bis zum 15.Mai nachträglich noch für eine Einschulung entscheiden.
  • Wenn die Rücktrittsmöglichkeit wahrgenommen wird, ist es nicht erforderlich, die Schuleingangsuntersuchung im Folgejahr komplett zu wiederholen, wenn die Ergebnisse im Vorjahr unauffällig waren. Lediglich Faktoren, die sich kurzfristig verändern können, sollten aktuell ein zweites Mal überprüft werden (Seh-, Hörtest).
  • Falls Auffälligkeiten festgestellt wurden, kann im Falle eines Rücktritts eine zweite Untersuchung im Folgejahr erforderlich sein.
Neuregelung für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache (Bay EUG, Art. 37a)

(1) Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache, bei denen nicht mindestens eine Erziehungsberechtigte oder ein Erziehungsberechtigter deutschsprachiger Herkunft ist, nehmen im ersten Halbjahr des Kalenderjahres, das dem Jahr des Eintritts der Vollzeitschulpflicht vorangeht, an einer Sprachstandserhebung im Kindergarten oder in einem Haus  für Kinder teil. Besucht das Kind weder einen Kindergarten noch ein Haus für Kinder, führt die Sprachstandserhebung die Grundschule durch, in der die Schulpflicht voraussichtlich zu erfüllen ist.
(2) Kinder, die nach dem Ergebnis der Sprachstandserhebung nicht über hinreichende Deutschkenntnisse verfügen, die für eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht der Grundschule notwendig sind, sollen einen Vorkurs zur Förderung der deutschen Sprache besuchen.
(3) Die zuständige Grundschule kann ein Kind, das weder einen Kindergarten bzw. ein Haus für Kinder noch einen Vorkurs nach Abs. 2 besucht hat und bei dem im Rahmen der Schulanmeldung festgestellt wird, dass es nicht über die notwendigen Deutschkenntnisse verfügt, von der Aufnahme zurückstellen und das Kind verpflichten, im nächsten Schuljahr einen Kindergarten bzw. ein Haus für Kinder mit integriertem Vorkurs zu besuchen.

Verlaufserfahrung
  • Wie für die frühzeitige Einschulung gilt auch für die Zurückstellung, dass das Alter eines Kindes nur eine von mehreren Größen ist, die die Schulfähigkeit beeinflussen. Daher ist auch hier ein gewisser Spielraum in Bezug auf die Altersgrenze bei der Einschulung nur konsequent. Die Beobachtungen und Wahrnehmungen der Eltern, des Kindergartens und ggf. des Kinderarztes geben in der Regel den Anstoß, über eine Zurückstellung vom Schulbesuch
    nachzudenken.
  • Die Vorverlegung der Altersgrenze hat sich deutlich auf das Zurückstellungsverhalten der Eltern ausgewirkt. Nachdem seit 2005 das Einschulungsalter jährlich um einen Monat verlängert wurde, sind nach und nach Juli-, August- und Septemberkinder schulpflichtig geworden und mussten bei Bedarf auf Antrag der Eltern durch die Schulleitung der Grundschule zurückgestellt werden. Damit stieg der Anteil der Zurückstellungen bereits im Schuljahr 2006/2007 auf 5,5% und im Schuljahr 2007/2008 sogar auf 7,3%.
  • Grundlage für die Entscheidung sollte unbedingt eine fundierte Beratung sein, da in Abhängigkeit von den Ursachen und Gründen, die zu dem Zurückstellungswunsch geführt haben, die zu empfehlenden Maßnahmen sehr verschieden sein können. Buben werden tendenziell häufiger zurückgestellt als Mädchen.

Hier ist anzumerken, dass sich der Altersdurchschnitt in den Eingangsklassen der Grundschule nach und nach „verjüngen“ wird. Bis 2011 wird durchschnittlich die „halbe Klasse“ erst in den Monaten Juli bis Dezember das 6. Lebensjahr erreichen. Man kann davon ausgehen, dass sich die „Verjüngung“ auch auf pädagogische und didaktische Maßnahmen des Erstunterrichts auswirken werden.


Pädagogisch-psychologische Hinweise

Eine sorgfältige Diagnose ist die Voraussetzung für eine am Wohle des Kindes orientierte Entscheidung. Handelt es sich z. B. um einen allgemeinen körperlichen und intellektuellen Entwicklungsrückstand, wie er manchmal bei Frühgeburten oder langfristig erkrankten Kleinkindern zu beobachten ist, so kann ein weiteres Jahr im Kindergarten ausreichen, im die Entwicklungsverzögerung aufzuholen. Im Einzelfall jedoch garantiert ein weiteres Lebensjahr nicht automatisch die erhoffte Schulfähigkeit.
Die Zurückstellung von Kindern mit zu geringen deutschen Sprachkenntnissen führt nur dann zum gewünschten Erfolg, wenn das verbleibende Jahr bis zur Einschulung intensiv genutzt wird. Häufig scheitert dies an mangelnden regionalen Angeboten und der aktiven Mitwirkung der Eltern. Das Kind sollte im verbleibenden Jahr unbedingt einen Kindergarten besuchen und vom angebotenen Vorkurs Deutsch Gebrauch machen. Über die Angebote zum Vorkurs informiert die Grundschule.
Insgesamt sollte eine Zurückstellung immer im Zusammenhang mit einem Förderkonzept gesehen werden, sinnvoll ist häufig der Besuch einer schulvorbereitenden Einrichtung (SVE).
Das Förderkonzept muss die lokalen Angebote und die aktuellen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Nicht alle Einrichtungen sind für Eltern und Kinder problemlos zu erreichen, nicht jede Grundschulklasse stellt automatisch eine Überforderung dar, nicht jedes Abwarten unter denselben häuslichen Bedingungen fördert die Weiterentwicklung.

Im Einzelfall denkbar sind folgende Alternativen zur Zurückstellung:
  • Therapeutische Intervention und Begleitung vor und während des ersten Schuljahres, z.B. bei schlecht entwickelter Feinmotorik, Hyperaktivität, sozialer Unsicherheit
  • Aufnahme in die erste Jahrgangsstufe der Sprachheilschule (Volksschule zur sonderpädagogischen Förderung, Förderschwerpunkt Sprache), z.B. bei Problemen in der Sprachentwicklung, Stottern, Lispeln, Stammeln, Dysgrammatismus
  • Aufnahme in die Diagnose-und Förderklasse (DFK) eines Förderzentrums. Hier wird der Unterricht der ersten beiden Grundschuljahre auf drei Jahre ausdehnt und in kleineren Klassen intensiv auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen.
  • Besuch einer heilpädagogischen Einrichtung begleitend zur ersten Klasse (heilpädagogischer Hort), z.B. bei Defiziten in der emotionalen oder sozialen Entwicklung
  • Begleitende Förderung in der Grundschule durch Differenzierungsmaßnahmen, pädagogische Assistenten, mobilen sonderpädagogischen Dienst (MSD) z.B. bei Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Lesen- und Schreibenlernen.

Aufnahme in die Grundschule zum Schuljahr 2010/2011 (Anmeldung im April 2010)

Beginn der Schulpflicht:          

a) regulär  bis 31.12. geborene Kinder
b) Elternwille  für alle im Oktober, November und Dezember geb. Kinder
c) auf Antrag mit Gutachten ab 1.1. des Folgejahres geborene Kinder

Im Vorjahr
zurückgestellt
Regulär
schulpflichtig
Rücktrittsrecht
möglich
Auf Antrag schulpflichtig
mit Gutachten
Erreichen das 7. Lebensjahr:
vom 30.9. des Vorjahres
bis zum 30.9. des laufenden Jahres. (BayEUG Art.37 Abs.1 Satz 1)

Erreichen das 6. Lebensjahr:
vom 1.10. des Vorjahres
bis zum 31.12. des laufenden Jahres. (BayEUG Art.37 Abs.1 Satz 1)

Erreichen das 6. Lebensjahr:
vom 1.10. des laufenden Jahres bis zum 31.12. des laufenden Jahres.
(BayEUG Art.37 Abs. 1 Satz 2)

Erreichen das 6. Lebensjahr:
nach dem 1.1. des kommenden Jahres
(BayEUG Art. 37 Abs. 1 Satz 2)
Antrag auf vorzeitige Einschulung spätestens bei der Schulanmeldung!

Hier ist keine weitere Zurückstellung möglich. Bei weiterer mangelnder Schulfähigkeit wird der sonderpädagogische Förderbedarf überprüft.

Die Schulfähigkeit wird nur im Zweifelsfall überprüft. (Aussagen des Kindergartens, Antrag der Eltern, Auffälligkeiten bei Aufnahmegespräch oder Screening). Neuregelung bei Kindern mit zu geringen Deutschkenntnissen.
Eine Zurückstellung ist einmal möglich, wenn kein Anlass besteht, die Überweisung an eine Förderschule zu beantragen.
Art.37 BayEUG vom März 2005

„Die Erziehungsberechtigten haben bei einem Kind, das nach dem 30. September sechs Jahre alt wird, die Möglichkeit, auf Antrag erst den nächsten Einschulungstermin wahrzunehmen.“
(schriftlich bis 15.5. bei der Sprengelschule; Es handelt sich nicht um eine Zurückstellung!)

Die Schulfähigkeit wird überprüft. (Aussagen des Kindergartens, Antrag der Eltern, Auffälligkeiten bei Aufnahmegespräch oder Screening).
Ablehnung möglich, wenn die Aufnahmevoraussetzungen nicht gegeben sind.
Schulpsychologisches Gutachten erforderlich!

 

Geplante Änderungen in der VSO bzgl. eines veränderten Zeitraumes sind hier noch nicht berücksichtigt.